Bundesfinanzministerium bewertet Google Aktiensplit

Update 18.8.2015 Finanzamt Frankfurt Main versendet Bescheid zum Google Aktiensplit ⇐


Am 8. Juli 2015 hat das Finanzministerium den Google Aktiensplit aus April 2014 bewertet.


 

Abschließender Bescheid des Bundesfinanzministeriums zum Google Aktiensplit

Am 8. Juli 2015 veröffentlichte das Bundesfinanzministerium ein Schreiben in dem es mitteilt, wie der Google-Aktiensplit aus 2014 abschließend zu bewerten ist.

In Umgangsdeutsch übersetzt sieht das Ministerium den Vorgang so: Die neu ausgegebenen Google-Aktien werden als Aktiensplit besteuert, als Luftbuchung. Eine Besteuerung findet nicht statt.

Da es sich um eine zu bewertende Kapitalmaßnahme handelt, ist der Wortlaut deutlich komplizierter. Sinngemäß etwa so:

Die „jungen Aktien“ (gemeint sind die neu ausgegebenen Google-Aktien) werden im Anschaffungszeitpunkt auf den Anschaffungszeitpunkt der „‚Altaktien'“ (gemeint ist der Google Aktienbestand zum Zeitpunkt des Aktiensplits) zurückdatiert. Gleichzeitig werden die Kosten für beide Aktien halbiert.

Und hier der vollständige Text des Bundesfinanzministeriums zum Google Aktiensplit

Nach den Feststellungen der durch die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder vorgenommenen Prüfungen der Kapitalmaßnahmen der Google Inc. und der A.P. Moeller/ Maersk A.S. vom April 2014 erfüllen beide Kapitalmaßnahmen die Voraussetzungen einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln nach §§ 1, 7 KapErhStG.

Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist gemäß § 43a Absatz 3 Satz 7 EStG eine Korrektur des bei der Abwicklung der Kapitalmaßnahme vorgenommenen Steuerabzugs vorzunehmen, sofern diese nicht bereits erfolgt ist.

Folge dieser Korrektur ist es, dass die depotführenden Kreditinstitute die Anschaffungskosten der Altaktien auf die im Zuge der Kapitalmaßnahme eingebuchten jungen Aktien nach dem rechnerischen Bezugsverhältnis übertragen. In gleicher Höhe sind die Anschaffungskosten der „Altaktien“ zu mindern. Als Zeitpunkt der Anschaffung der jungen Aktien gilt der Zeitpunkt der Anschaffung der Altaktien.

Der Korrektur sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Durchführung der Kapitalmaßnahme im April 2014 zugrunde zu legen. Das bedeutet, dass auch bei bereits veräußerten Anteilen eine Korrektur durch das jeweilige Kreditinstitut erfolgt.

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht. Es steht ab sofort für eine Übergangszeit auf den Internet-Seiten des Bundesministeriums der Finanzen unter der Rubrik Themen – Steuern – Steuerarten – Abgeltungsteuer – (http://www.bundesfinanzministerium.de) zum Download bereit.
Im Auftrag (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de)

Als PDF zu Download und Ausdruck für das Finanzamt, den Anwalt oder die Hausbank

[su_document url=“http://www.sem.berlin/wp-content/uploads/2015/07/Kapitalmassnahme-Google.pdf“ width=“680″ height=“920″]PDF Kapitalmassnahme-Google

So bewerten Banken die Einschätzung des Finanzministeriums

[su_document url=“http://www.sem.berlin/wp-content/uploads/2015/07/Cortal_GOOGLE_21072015.pdf“ width=“680″ height=“920″]Consors Bank regelt Google Aktiensplit

 

  • Thomas H.

    Grundsätzlich eine sehr erfreuliche Nachricht.

    Ich persönlich habe heute am 10.07. meinen Steuerbescheid über Elster bekommen. Bevor ich diesen geöffnet habe, dachte ich mir noch „Wow, da hat man bei meinem Finanzamt den Ministeriums-Bescheid aber schnell umgesetzt!“.

    Der Steuerbescheid war dann leider doch nicht so erfreulich ;-). Ich zitiere: „Nach Rücksprache mit unserer Qualitätssicherungsstelle liegt in Ihrem Fall kein Aktiensplitt vor (unterschiedliche WP-Kennnummer). Somit sind Ihre Kapitalerträge einschließlich der Google-Dividenen anzusetzen.“

    Es ist zum Mäuse melken!!!!

  • Endlich ist es amtlich, vom Ministerium. Jetzt können sich die Finanzämter nicht mehr herausreden und an die Banken zu verweisen. Die Banken können sich auf umfängliche Schadensersatzforderungen vorbereiten.